Historische Bilder
Das Buch von 1854:
Erklärung der in dem Pavillon von F.G. Euler Bänziger an der Dorfhalde, Kanton Appenzell a. Rh. enhaltenden historischen Bilder. Komponiert und ausgeführt von Albert Landerer aus Basel.

Schlacht an der Vögelinseck am 15. Mai 1403
Schlacht an der Vögelinseck am 15. Mai 1403
Das Bild stellt den Moment dar, in welchem der Hauptmann Jakob Härtsch vom Verfolgen des Feindes zurückkehrend, von den Landammännern und Ältesten begrüßt und beglückwünscht wird, welche die Sieger auf dem höchsten Punkt der Vögelinseck erwarteten; rechts am Berge Rehtobel und im Hintergrund die Gipfel des Vorarlbergs, von den letzten Strahlen der untergehenden Sonne beleuchtet; links von den drei Tannen der Bodensee mit den daran liegenden Ortschaften, und am diesseitigen Ufer Arbon, etwas näher der Weg nach St. Gallen, von dichtem Nadelgehölz noch begrenzt.
Härtsch, die Hauptperson der Mittelgruppe, schüttelt herzlich die dargebotene Rechte, und mit der Linken zeigt er gen Himmel, von welchem dieser erste und herrliche Sieg verliehen wurde. Zu den Füßen der Landesväter werden die erbeuteten Waffen und darunter auch die Fahne von Buchhorn, nebst Blarers Schild gelegt, während die übrigen eroberten Banner von Lindau, Konstanz und weiter rückwärts das von Überlingen hinter der bekränzten, siegreichen Appenzeller-Fahne wehen, welche ein auf seine Streitart sich stützender alter Bannerherr stolz empor hält; neben ihr flattert, von jubelnder Jünglingshand geschwungen, das Fähnlein von Schwyz, welchem 200 Schweizer gefolgt waren, um gemeinschaftlich mit den Appenzellern und 300 Glarnern gegen den mächtigen Feind der Freiheit zu kämpfen.
Mit Trophäen und Waffen aller Art beladen, ziehen die jubelnden Kämpfer den Weg herauf, der bis an den Saum des tiefer liegenden Waldes damit bedeckt ist, während die Leichenhaufen auf beiden Seiten der Hohlgasse die Stellen des Kampfes andeuten; dicht hinter dem Hauptmann trägt ein Hirte ein kostbares Rittergewand nebst Helm auf seiner Pike, und neben ihm ein anderer den Schild des gefallenen Bürgermeisters Conrad von Watt, tiefer am Berge derjenige seines Gefährten Walter Schürpf’s.
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Härtsch, die Hauptperson der Mittelgruppe, schüttelt herzlich die dargebotene Rechte, und mit der Linken zeigt er gen Himmel, von welchem dieser erste und herrliche Sieg verliehen wurde. Zu den Füßen der Landesväter werden die erbeuteten Waffen und darunter auch die Fahne von Buchhorn, nebst Blarers Schild gelegt, während die übrigen eroberten Banner von Lindau, Konstanz und weiter rückwärts das von Überlingen hinter der bekränzten, siegreichen Appenzeller-Fahne wehen, welche ein auf seine Streitart sich stützender alter Bannerherr stolz empor hält; neben ihr flattert, von jubelnder Jünglingshand geschwungen, das Fähnlein von Schwyz, welchem 200 Schweizer gefolgt waren, um gemeinschaftlich mit den Appenzellern und 300 Glarnern gegen den mächtigen Feind der Freiheit zu kämpfen.
Mit Trophäen und Waffen aller Art beladen, ziehen die jubelnden Kämpfer den Weg herauf, der bis an den Saum des tiefer liegenden Waldes damit bedeckt ist, während die Leichenhaufen auf beiden Seiten der Hohlgasse die Stellen des Kampfes andeuten; dicht hinter dem Hauptmann trägt ein Hirte ein kostbares Rittergewand nebst Helm auf seiner Pike, und neben ihm ein anderer den Schild des gefallenen Bürgermeisters Conrad von Watt, tiefer am Berge derjenige seines Gefährten Walter Schürpf’s.
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Hinter und neben der Hauptgruppe sieht man die freudigen Begrüßungen der ihren Familien wiedergegebenen Väter und Brüder. Eichenzweige und Blumensträuße werden ihnen jubelnd zugebracht. Alt und Jung ist freudig erfüllt, während tiefer im Hohlweg die Weiterwohnenden unter Trompetengeschmetter heimziehen. Ein junger Hirt hat seine Geliebte oder Schwester zu sich auf den eroberten Schlacht-Hengst gesetzt, und schwingt den genommenen Ritterspeer über seinem Haupte. Eine im Vordergrunde rechts an einer Fichte sich haltende Inner-Rhödlerin erkennt ihren Geliebten unten im Wege und hält ihm einen Alpenrosenstrauß entgegen, während andere auf die Begrüßungsszene der Mitte sie aufmerksam machen.
Unter den am Baume sich haltenden Mädchen sehen wir eine glückliche Mutter, den Säugling dem unverletzt gebliebenen Vater zeigend; sie stützt sich selig auf ihn, während er, die treue Gefährtin festhaltend, mit dem Kindlein spielt; die Großmutter dankt mit gen Himmel gerichteten Augen demselben für dieses glückliche Wiedersehen.
Vor dieser Gruppe im vordersten Plan sitzt ein Greis mit Silberhaaren und weißem Bart; seine schwachen Arme breiten sich aus, um den Sohn zu umarmen, der in erobertem Rittermantel, Ketten und Harnisch prangt, freudig lächelnd in diesem Zuge dem Vater zueilt; hinter ihm ein verwundeter Glarner, der von dem kleinen Mädchen einen Trunk angenommen hat, den Humpen hoch emporhält, und mit der Rechten auf den Hauptmann weisend, scheint er auf dessen Wohl zu trinken. — Die Kleine bietet unterdessen, auf ihren Krug und Korb deutend, dem Appenzeller ebenfalls Stärkungen an, der aber nur Augen für seinen Vater hat. Zwei Knaben zeigen frohlockend den einem Toten abgenommenen Dolch, und die nahen Leichen, auf welche sie weisen, lassen vermuten, woher diese Beute kommt.
Unter den am Baume sich haltenden Mädchen sehen wir eine glückliche Mutter, den Säugling dem unverletzt gebliebenen Vater zeigend; sie stützt sich selig auf ihn, während er, die treue Gefährtin festhaltend, mit dem Kindlein spielt; die Großmutter dankt mit gen Himmel gerichteten Augen demselben für dieses glückliche Wiedersehen.
Vor dieser Gruppe im vordersten Plan sitzt ein Greis mit Silberhaaren und weißem Bart; seine schwachen Arme breiten sich aus, um den Sohn zu umarmen, der in erobertem Rittermantel, Ketten und Harnisch prangt, freudig lächelnd in diesem Zuge dem Vater zueilt; hinter ihm ein verwundeter Glarner, der von dem kleinen Mädchen einen Trunk angenommen hat, den Humpen hoch emporhält, und mit der Rechten auf den Hauptmann weisend, scheint er auf dessen Wohl zu trinken. — Die Kleine bietet unterdessen, auf ihren Krug und Korb deutend, dem Appenzeller ebenfalls Stärkungen an, der aber nur Augen für seinen Vater hat. Zwei Knaben zeigen frohlockend den einem Toten abgenommenen Dolch, und die nahen Leichen, auf welche sie weisen, lassen vermuten, woher diese Beute kommt.


Hartmann Ringgli, ein St. Galler Bürger, tödlich verwundet, wird von dem Appenzeller, der ihm den Garaus machen wollte, und durch sein Flehen erweicht, Barmherzigkeit mit ihm hatte, emporgehalten; die entblößte Rechte des Sterbenden ruht auf dem Knie des Hirten, der, seine Tränen aus den Augen wischend, genugsam das Mitleiden beurkundet, dass er mit der Not seines Feindes hat, dessen erlöschendes Auge schmerzlich auf der an seiner Brust liegenden Gattin ruht, welche das Blut seiner Wunden küsst; er drückte ihre Hand noch auf das sterbende Herz und am folgenden Tag war er eine Leiche.
Heiter und unbekümmert um der Menschen Wohl oder Weh lächelt die Natur im Abendsonnenschein, der zum ersten Mal den Sieg eines freien Volkes verkündete, und so lange die riesigen Firnen ihre Häupter gen Himmel heben, so lange wird der 15. Mai 1403 im Herzen der Appenzeller und ihrer Mit-Schweizer leben, so lange wrid der 15.Mai 1403 im Herzen der Appenzeller und ihrer Mit-Schweizer leben.
Heiter und unbekümmert um der Menschen Wohl oder Weh lächelt die Natur im Abendsonnenschein, der zum ersten Mal den Sieg eines freien Volkes verkündete, und so lange die riesigen Firnen ihre Häupter gen Himmel heben, so lange wird der 15. Mai 1403 im Herzen der Appenzeller und ihrer Mit-Schweizer leben, so lange wrid der 15.Mai 1403 im Herzen der Appenzeller und ihrer Mit-Schweizer leben.
Schlacht am Stoß
Der Moment ist dargestellt, in welchem die Reisigen und Bogenschützen und anderes Fußvolk fast auf der Mitte der obersten Höhe angekommen sind, und Graf Rudolph von Werdenberg an der Spitze der Appenzeller laut schreiend auf die Österreicher herabstürzt, während rechts von ihm Steine und Baumstämme auf die Feinde herabgeschleudert werden. Sturm und Regen tobte auf dem Berge, und um fester aufzutreten, gingen alle Appenzeller und Werdenberg ebenfalls barfuß.
Der Appenzeller Bär, dessen Taten schon auf der Vögelinseck die Feinde zernichtet hatte, flattert hoch über seinem Haupte; vor ihm und neben ihm stürzt alles nieder, Werdenbergs Rechte schwingt das Schwert, während die Linke auf den Sommersberg deutend, seine Gefährten auf die weiße Schar aufmerksam macht, welche zu ihrer Unterstützung anrückte; die Weiber, welche durch weiße Hemden den Feind zu täuschen suchen, der durch diesen Anblick und den gleichzeitigen wütenden Angriff in Unordnung gerät, wie es eben der Vordergrund zeigt, wo die anstürmenden Ritter, worunter der Graf von Montfort auf dem Schimmel, eben die Feinde in ihrer ganzen Furchterlichkeit gewahr werden. Das Fußvolk in Verwirrung schon zur Flucht geneigt, wird vergebens von dem tapferen Lorenz von Sal, Schultheiß zu Winterthur, angefeuert; die Linke hält das Banner, während das emporgehaltene Schwert die Zagenden aufhalten will; neben ihm wird ein eben tödlich Getroffener fortgeschleppt, während im Vordergrunde rechts die Knechte den von einem herabgerollten Baume zerschmetterten Georg von Ems davon zu befreien suchen; doch zu spät – sein Auge ist schon gebrochen, und nur das sterbende Schlachtross wälzt sich noch im Blute herum; entsetzt sehen die Getreuen des Edlen Tod.
Der Appenzeller Bär, dessen Taten schon auf der Vögelinseck die Feinde zernichtet hatte, flattert hoch über seinem Haupte; vor ihm und neben ihm stürzt alles nieder, Werdenbergs Rechte schwingt das Schwert, während die Linke auf den Sommersberg deutend, seine Gefährten auf die weiße Schar aufmerksam macht, welche zu ihrer Unterstützung anrückte; die Weiber, welche durch weiße Hemden den Feind zu täuschen suchen, der durch diesen Anblick und den gleichzeitigen wütenden Angriff in Unordnung gerät, wie es eben der Vordergrund zeigt, wo die anstürmenden Ritter, worunter der Graf von Montfort auf dem Schimmel, eben die Feinde in ihrer ganzen Furchterlichkeit gewahr werden. Das Fußvolk in Verwirrung schon zur Flucht geneigt, wird vergebens von dem tapferen Lorenz von Sal, Schultheiß zu Winterthur, angefeuert; die Linke hält das Banner, während das emporgehaltene Schwert die Zagenden aufhalten will; neben ihm wird ein eben tödlich Getroffener fortgeschleppt, während im Vordergrunde rechts die Knechte den von einem herabgerollten Baume zerschmetterten Georg von Ems davon zu befreien suchen; doch zu spät – sein Auge ist schon gebrochen, und nur das sterbende Schlachtross wälzt sich noch im Blute herum; entsetzt sehen die Getreuen des Edlen Tod.


Links von ihnen braust auf starkem Hengste Herr Sigmund von Schlandersberg (fern von den Ufern der Adige kam er), um hier mit seinem Banner zu fallen, das er noch mutig über seinen Genossen schwingend, ihnen zum Siege leuchten sollte; unerschrocken und trotzig stolz stürmt er voran, als Gegensatz zu dem zarten jungen Knappen, der verzweifelt seinen Herrn vor der nahen Gefahr warnt; in langer Reihe sieht man die Scharen hinter Schlandersberg anrücken, ein Teil erklimmt schon zu Werdenbergs Rechten die Anhöhe, um von den anrennenden Appenzeller-Hellebarden erschlagen zu werden. Hier sinkt das Banner von Feldkirch; ein kräftiger Hirt hat seinen Träger schon niedergeworfen, der mit gespaltenem Helm und Schädel eben rücklings sinkt; indessen des Appenzellers Faust bereits schon die Fahne ergreift; links von Werdenberg suchen auch mutige Krieger den Hügel zu erklimmen, wo sie, auf dem glatten Rasen nicht Fuß fassend, vielfältig übereinander fallen; vergebens unterstützen die Untern deren Bemühungen.
Hinter diesen im Hohlwege wird der Ritter Johann v. Seesheim samt seinem Rosse von einem Baumstamme zerschmettert; rückwärts fallend, will er sich noch an dem ledigen Pferde des Herrn von Gachnang halten, welches hochaufbäumend dem Fallenden keinen Halt mehr gewährt, während über ihm auf dem Hügel neue Steinblöcke eben von Alt und Jung herabgerollt und gestoßen werden. Auf der entgegengesetzten Seite links vom Bilde steigt eine große Rauchsäule gen Himmel, und trotz der Entfernung sieht man den heldenmütigen Uli Rotach, den Rücken n eine Viehhürde gelehnt, kämpfte er gegen zwölf Österreicher. Neun von ihnen erschlug er, andere drangen in die Hütte ein und setzten sie in Brand. Wieder Flammen hilft fein Muth, und er starb so, damit sich Niemand rühmen möge, er habe sich ihm überwunden ergeben.
Hinter der Hütte fiel man einen Theil des Hirschberges und ganz hinten den Kronberg, halb im Regen und Nebel, so wie der größere Theil des Himmels mit schweren Wolken behangen ist und nur einen kleinen Sonnenblick auf die Hauptgruppe durchscheinen läßt, zu deren Füßen das Blut herabfließt, welches mit den Waldbächen vermischt die Bottschaft von der Schlacht in das Thal herunter brachte. Un vielem Tage fielen Lorenz von Sal mit 95 Bürgern feiner Stadt Winterthur, Sigmund von Schlandersberg, 80 Bürger von Feldkirch, der Landammann Hartmann von Ranfwyl, der Edle von Gachnang, Johann von Seeheim, Georg von Ems, und noch viele Andere; nach sechsstündigem Streit geschah in wildem Lauf die Flucht herab in's Rheinthal; die Appenzeller aber sammelten sich auf dem Stoß, fielen nieder und brachten dem Herrn der Schlachten ihr Lob und Dank.
Hinter diesen im Hohlwege wird der Ritter Johann v. Seesheim samt seinem Rosse von einem Baumstamme zerschmettert; rückwärts fallend, will er sich noch an dem ledigen Pferde des Herrn von Gachnang halten, welches hochaufbäumend dem Fallenden keinen Halt mehr gewährt, während über ihm auf dem Hügel neue Steinblöcke eben von Alt und Jung herabgerollt und gestoßen werden. Auf der entgegengesetzten Seite links vom Bilde steigt eine große Rauchsäule gen Himmel, und trotz der Entfernung sieht man den heldenmütigen Uli Rotach, den Rücken n eine Viehhürde gelehnt, kämpfte er gegen zwölf Österreicher. Neun von ihnen erschlug er, andere drangen in die Hütte ein und setzten sie in Brand. Wieder Flammen hilft fein Muth, und er starb so, damit sich Niemand rühmen möge, er habe sich ihm überwunden ergeben.
Hinter der Hütte fiel man einen Theil des Hirschberges und ganz hinten den Kronberg, halb im Regen und Nebel, so wie der größere Theil des Himmels mit schweren Wolken behangen ist und nur einen kleinen Sonnenblick auf die Hauptgruppe durchscheinen läßt, zu deren Füßen das Blut herabfließt, welches mit den Waldbächen vermischt die Bottschaft von der Schlacht in das Thal herunter brachte. Un vielem Tage fielen Lorenz von Sal mit 95 Bürgern feiner Stadt Winterthur, Sigmund von Schlandersberg, 80 Bürger von Feldkirch, der Landammann Hartmann von Ranfwyl, der Edle von Gachnang, Johann von Seeheim, Georg von Ems, und noch viele Andere; nach sechsstündigem Streit geschah in wildem Lauf die Flucht herab in's Rheinthal; die Appenzeller aber sammelten sich auf dem Stoß, fielen nieder und brachten dem Herrn der Schlachten ihr Lob und Dank.